AHOI 2020!

Pläne schmiede ich gerne und in der Regel gelingt es auch, sie in die Tat umzusetzen. Für das aktuelle Jahr hab ich mir viel vorgenommen! Und so sieht der Treibholzinsel-Kurs für 2020 aus:

Wismarbucht und Insel Poel
Während der kalten Jahreszeit ist es natürlich mein Ziel, die Wintergäste zu beobachten, allem voran die Seetaucher und Lappentaucher. Aber ich hoffe auch auf Tauchenten, Saatgänse, Sing- und Zwergschwäne. Ohrenlerchen wären auch endlich mal was. Außerdem möchte ich versuchen, einen Blick auf die freilebenden Nandus in der Lübecker Gegend zu werfen. Ausgedehnte Strandspaziergänge entlang der Poeler Küste und Durchatmen beim Blick über das Wasser in den umliegenden Buchten.
Lewitz und Schaalsee
Die Lewitz gilt als eines der besten Beobachtungsgebiete in Mecklenburg, aber (die Sache hat natürlich einen Haken…) man braucht schon Gerätschaften für den Fernblick. Und da habe ich außer einem Fernglas erst mal nicht so viel zu bieten. Es könnte also herausfordernd werden, in der weitläufigen und mancherorts für Besucher nicht zugänglichen Teich-, Wald- und Wiesenlandschaft der Lewitz erfolgreich Vögel zu beobachten. Ich will es dennoch wagen, auch weil ich zum einen alternative Beobachtungsmöglichkeiten in der Umgebung habe (Schaalsee, Poel, Wismarbucht) und zum anderen, weil ich nicht nur die Fauna erleben möchte, sondern auch den Charakter der Landschaft. Was passiert, wenn man sich längere Zeit an einem Ort aufhält? Wer kommt vorbei, wer macht sich bemerkbar? Es ist ein Sprung ins kalte Wasser. Ich lass mich überraschen.
Westhavelland
Der brandenburgische Naturpark wartet im Havelländischen Luch mit einer echten Rarität auf: der Großtrappe. Gemeinsam mit einem Trüppchen Gleichgesinnter will ich der Balz dieser Vögel zusehen. Hoffentlich gelingt auch ein Tagesausflug an den Gülper See, der mitten im Frühling ein Top Spot für Durchzügler und Brutvögel ist.
FOKUS: Nationalpark Sächsische Schweiz
Eine gute halbe Stunde von meiner Haustür entfernt beginnt die abwechslungsreiche Gebirgslandschaft der Sächsischen Schweiz. Nicht nur tiefe Felsschluchten, Gebirgsbäche, Steilwände und Plateaus prägen die Gegend, sondern auch Wiesen, Teiche, Feldraine und Wald. Zugegeben, es ist für die Vogelbeobachtung nicht unbedingt ein leichtes Terrain, da mitunter viel Wegstrecke mit den Touren verbunden ist und man wirklich Zeit braucht, aber durch die unmittelbare Nähe zu meinem Wohnort will ich in diesem Jahr den einzigen Nationalpark Sachsens zu einem meiner Beobachtungsschwerpunkte machen.
Fichtenkreuzschnäbel (Loxia curvirostra) am so genannten Kuhstall, einem Felsentor in der Hinteren Sächsischen Schweiz, wo sie am mineralhaltigen Sandstein nagen und lecken.
Anklamer Stadtbruch
Im vergangenen Frühjahr war das Hochmoor im nordöstlichen Zipfel Vorpommerns mein absoluter Favorit in Sachen Life List. Vierzehn neue Arten in nur zwei Tagen. Aber einige waren noch nicht aus den Wintergebieten zurück. Deswegen in diesem Jahr ein erneuter Besuch zu einem etwas späteren Zeitpunkt. Dank der Unterkunft direkt in Bugewitz und damit unmittelbar am Stadtbruch gelegen, wird die Beobachtung in den Morgen- und Abendstunden bestens möglich sein.
Chiemsee
Der See bietet für die Vogelbeobachtung viele Möglichkeiten: zahlreiche Türme und Plattformen, Bootsausflüge, Naturschutzgebiete und vor allem Vögel.
Einen Abstecher nach Burghausen zu den Waldrappen und an den Ismaninger Speichersee werden wir ebenfalls machen, Chloé ist wieder mit von der Partie.
FOKUS: Biosphärenreservat Lausitzer Teich- und Heidelandschaft
Der phänomenale Artenreichtum der Teich- und Heidelausitz ist schon im vergangenen Jahr ein Grund gewesen, der mich öfter in das zweite große Naturschutzgebiet in meiner Nähe zog. Mit dem LSG Spreeniederung und dem Naturlehrpfad inmitten der Guttauer Teiche habe ich bereits meine Eindrücke auf diesem Blog zu schildern begonnen. Dies möchte ich 2020 weiter ausführen und mich darum auch regelmäßig in die Oberlausitzer Natur begeben.
In der Teichlausitz sind Begegnungen mit dem Eisvogel (Alcedo atthis) keine Seltenheit. Wunderbar sind sie trotzdem jedes Mal!

Außerdem gibt es noch ein paar wenig ausgereifte Ideen wie das Münsterland, das polnische Masuren oder der kroatische Naturpark Lonjsko Polje. Einen erneuten Besuch würde ich mir für den herbstlichen Langwarder Groden und das Untere Odertal, dann aber mit gefluteten Poldern, wünschen.

Treibholzinseln sind Wind und Strömung ausgesetzt. Manchmal lässt sich die Route vorhersehen, das Wetter kalkulieren, die Strömung berechnen. Ein ander Mal kommen Faktoren ins Spiel, die nicht absehbar sind. So bleibt es immer auch ein Stück ungewiss, wohin die Reise geht. Es wird sich zeigen, wie viele meiner Pläne ich in die Tat umsetzen kann.