ÜBER MICH

Hallo, ich bin Karina, knapp über die Vierzig und Mutter von drei bezaubernden Kindern. Ich lebe mit meiner Familie in einem Haus mit großem Garten, wo ich die Vögel füttere und mir viel Mühe gebe, eine handzahme Wildnis zu erschaffen. Das heißt, alles darf so ein bisschen wachsen wie es will, aber es soll am Ende schon noch wie ein Garten aussehen. Am Anfang wuchs dort gar nichts. Die Bagger hatten nicht einen Grashalm stehen gelassen. Das war zwar ein jammervoller Anblick, barg aber auch die Chance, von Anfang an einen Vogelgarten zu pflanzen mit heimischen Wildgehölzen, Obstbäumen und Hecken, Wildblumen und Staudenbeeten. So ein Garten ist in gewisser Hinsicht auch wie eine Treibholzinsel, ein immerwährendes Kommen und Gehen. Ein Langzeitprojekt, das Geduld fordert. Trotzdem freue ich mich an diesem Prozess, denn seitdem haben sich 33 Vogelarten hier aufgehalten, manche dauerhaft, manche nur für einen kurzen Moment.

Hello, I’m Karina, just over forty and mother of three adorable children. I live with my family in a house with a large garden, where I feed the birds and try hard to create a ‚tame wilderness‘. That means everything can grow a little as it wants, but in the end it should look like a garden. In the beginning nothing grew in this garden. The excavators hadn’t left a blade of grass. It was a pitiful sight, but it also offered the chance to plant a bird garden with native wild trees, fruit trees and hedges, wild flowers and perennial beds right from the start. A garden like this is in a way like a driftwood island, a constant coming and going. A long-term project that requires patience. Nevertheless, I am looking forward to this process, because 33 species of birds have stayed here since then, some permanently, some only for a brief moment.

Rast Im Stadtbruch

Zu den Vögeln bin ich eigentlich sehr spät erst gekommen. Einen Anfang markiert mein 38. Geburtstag. Wobei das so auch nicht stimmt, denn einen Blick für die Vögel hatte ich irgendwie schon immer.
Als Kleinkind haben mich die Hühner fasziniert, die wir auf dem Nachhauseweg von der Kita sahen. In der Grundschule schrieb und bastelte ich das Buch „Katja und die Vögel“ – ein leider verschollenes Frühwerk. Und wann immer ich später mit meiner Kamera unterwegs war, entstanden Vogelfotos – ohne dass ich damals schon so genau sagen konnte, um was für eine Spezies es sich handelte.

Ich hatte eigentlich schon immer ein Faible für Biologie. Auch wenn so ein Bio-Abitur damals als Mogelpackung galt, weil Biologie für die Mathe- und Physik-Nerds irgendwie keine richtig ernstzunehmende Naturwissenschaft darstellte, absolvierte ich es mit glorreichem Ergebnis. Aber leider wurde nicht mehr draus. Warum?

Nun, vor einiger Zeit stieß ich auf ein (angeblich französisches) Sprichwort, dass da lautet:

I actually got to the birds very late. My 38th birthday marks a beginning. But that’s not true either, because somehow I’ve always had an eye for the birds.
As a toddler, I was fascinated by the chickens we saw on the way home from daycare. In elementary school I wrote and tinkered with the book Katja and the Birds – an early work that has unfortunately been lost. And whenever I was out with my camera later, I took photos of birds – without being able to say exactly what kind of species it was.

I’ve actually always had a soft spot for biology. Even if a biology high school diploma was considered a no brainer because biology was somehow not a really serious science for math and physics nerds, I graduated with a glorious result. But unfortunately it didn’t work out for more. Why?

Well, some time ago I came across a (supposedly French) proverb that goes:

Das halbe Leben ist bereits draufgegangen, bevor wir wissen, was Leben ist.
Half of life is gone before we know what life is.

An meinem 38. Geburtstag (was ich jetzt mal so über den Daumen als Lebensmitte bezeichnen will) hielt ich Johanna Rombergs „Federnlesen“ in der Hand, kam nicht an den tollen Zeichnungen von Florian Frick vorbei und spürte das erste Mal so etwas wie eine Berufung. Eine hundertprozentige Übereinstimmung von dem, was ich schön und interessant fand und dem, was mir irgendwie noch fehlte zum Glücklichsein, zum Erfülltsein. Eine Aufforderung, der Sache nachzugehen.

On my 38th birthday (which I would now like to refer to as pretty much in the middle of life) I held Johanna Romberg’s Federnlesen in my hand, couldn’t get past the great drawings by Florian Frick and for the first time felt something like a calling . A one hundred percent correspondence between what I found beautiful and interesting and what I somehow still lacked to be happy, to be fulfilled. An invitation to investigate the matter.

Und das tat ich dann auch. Ich suchte nach Vögeln, schaffte diverse Bücher zur Thematik an, begann mit meiner Life List, investierte in eine Grundausstattung zur Vogelbeobachtung und -fotografie, fand Gleichgesinnte (auch in meinem Mann, wer hätte das gedacht?) und nötigte meine bezaubernden Kinder zu Exkursionen durch die Natur. Nach meinem ersten Jahr als Birderin spürte ich den Wunsch, Vögel zu zeichnen. Ich bewundere gute Vogelzeichnungen und wollte es darum selber ausprobieren. Auch die Urlaubsplanung orientiert sich inzwischen an der Vogelwelt und ihren geografischen und jahreszeitlichen Hotspots.

Und es entstand dieser Blog.
Ja, ich muss mich (zum Glück sehr selten) auch dem Vorwurf stellen, ich würde hier „Geheimtipps“ verraten und damit provozieren, dass weniger achtsame Menschen dann dort alles zertrampeln und ruinieren. Ich denke nicht, dass ich das tue. Wer meine Beiträge liest, merkt schnell, ich bin niemand, der andere dazu auffordert, sich rücksichtslos, egoistisch oder unachtsam zu verhalten.

Meine Beiträge sollen vor allem von der Schönheit der Natur erzählen und diese Schönheit zu erleben, empfinde ich weder als ein wohl zu hütendes Geheimnis noch als ein Privileg einzelner Menschen. Aber ich weiß, dass nicht alle respektvoll sind und oft besonders diejenigen nicht, die sich selbst für privilegiert halten. Sei es, weil sie über eine hochwertige Fotoausrüstung verfügen oder sich selbst als Ornithologen betrachten oder einfach nur, weil sie sich als Menschen allmächtig gegenüber der Natur sehen. Ich bin mir auch bewusst, dass die unberührte Natur schwindet. Auch wenn ich es gerne sähe, dass die Spezies Mensch „nur“ ein Teil des Bioms ist, so ist mir schon klar, dass sie das Biom stark genug dominiert und verändert, um eine ernsthafte Bedrohung darzustellen. Insofern scheinen Schutzgebiete die letzten Bastionen der Natur zu sein (zumindest im dicht besiedelten Deutschland) und ich verstehe und teile die Bedenken um deren Fortbestand, die manch einer hegt.

And so I did. I looked for birds, bought various books on the subject, started my life list, invested in basic equipment for bird watching and photography, found like-minded people (including my husband, who would have thought that?) and made my adorable children to go on excursions through nature. After my first year as a birder, I felt the growing desire to draw birds. I admire good bird drawings and therefore wanted to try it out myself. Vacation planning is now also based on the bird world and its geographical and seasonal hotspots.

And this blog was born.
Yes, I have to face the reproach (fortunately very seldom) that I would give away ‚insider tips‘ here and thereby provoke that less attentive people then trample down and ruin everything there. I don’t think I do. Anyone who reads my articles quickly realizes that I am not someone who calls on others to behave inconsiderately, selfishly or carelessly.

Above all, my articles should tell about the beauty of nature and to experience this beauty is neither a secret to be guarded nor a privilege of individual people. But I know that not everyone is respectful, and often especially those who consider themselves privileged. Be it because they have high-quality photographic equipment or consider themselves to be ornithologists or simply because they see themselves as human beings as omnipotent in relation to nature. I am also aware that untouched nature is disappearing. Even if I would like to see that the human species is ‚only‘ part of the biome, it is already clear to me that it dominates and changes the biome strong enough to pose a serious threat. In this respect, protected areas seem to be the last bastions of nature (at least in densely populated Germany) and I understand and share the concerns about their continued existence that some people harbor.

Mir sind im Laufe der Jahre ein paar Dinge wirklich wichtig geworden. Allen voran der Respekt vor der Natur, vor all dem, was nicht Mensch ist.
Wenn wir uns schon dazu entscheiden, uns zurück zu ziehen, unsere lückenlosen Flurkarten hier und da zu schwärzen und der Natur wieder Räume zu überlassen, dann konsequent und ohne persönliche Ausnahmen. Dann ist ein Naturschutzgebiet vor allem ein Schutzgebiet vor uns Menschen. Dann bleiben wir auf den Wegen, zerstören nichts, lassen keinen Müll liegen, machen keinen Lärm und halten die Hunde an der Leine. Und zwar immer, jederzeit, ausnahmslos. Es gibt genügend Orte, an denen wir machen können, was wir wollen. Aber nicht in Schutzgebieten. Diese Orte dienen uns nicht, weder zur Erholung noch um Geld zu machen noch sonst irgendwie. Wir betreten sie als eine Spezies unter tausenden auf diesem Planeten. Wir sind nicht mehr, nicht dominanter, nicht wichtiger als andere. Mag sein, wir können durch Spektive schauen, Fotos schießen und den Kopf frei kriegen. Das ist toll. Aber andere ziehen dort ihren Nachwuchs auf, müssen auf Nahrungssuche gehen, Reviere erobern und verteidigen und ums Überleben kämpfen. Da sollten wir nicht unnötig im Weg rumstehen. Das tut uns nicht weh und doch müssen wir dabei über unseren Schatten springen. Uns zurückhalten, zurückziehen, umkehren, verzichten.

A few things have become really important to me over the years.
Above all, respect for nature, for everything that is not human.
If we decide to withdraw, to blacken our gapless corridor maps here and there and to leave spaces to nature again, then we do it consistently and without personal exceptions. Then a nature reserve is above all a protection area from us humans. Then we stay on the paths, do not destroy anything, leave no rubbish lying around, make no noise and keep the dogs on a leash. Always, anytime, without exception. There are enough places where we can do what we want. But not in protected areas. These places do not serve us, neither for recreation nor to make money or in any other way. We enter them as one species among thousands on this planet. We are no more, no more dominant, no more important than others. Maybe we can look through spotting scopes, take photos and clear our heads. That’s great. But others raise their offspring there, have to search for food, conquer and defend territories and fight for survival. We shouldn’t stand in the way unnecessarily. That doesn’t hurt us and yet we have to jump over our shadows. Hold back, withdraw, turn back, renounce.

Es sind diese unprovozierten Momente, die ich mehr als alles liebe. Begegnungen, die einfach geschehen. Plötzlich stehen wir uns gegenüber, der Mensch und diese andere Spezies. Man schaut sich in die Augen, wartet ab, gewährt Vortritt oder Raum zur Flucht. Man ist ganz nah dran, ohne Camouflage. Hier in Deutschland zumeist ungefährlich. Anderswo versuchen Menschen vielleicht weit mehr, manche Begegnungen zu vermeiden, sind achtsamer, vorausschauender, respektvoller. Sich der eigenen Verwundbarkeit bewusst.

It’s these unprovoked moments that I love more than anything. Encounters that just happen. Suddenly we are facing each other, a human and another species. You look each other in the eye, wait, give way or give space to escape. You are very close, without camouflage. Mostly harmless here in Germany. Elsewhere, people may try far more to avoid certain encounters, they are more mindful, more forward-looking, more respectful. Aware of their own vulnerability.

Ich habe auch ein paar Wünsche für die Zukunft, was das Vogelbeobachten betrifft. Nordamerika wäre schön. Japan auch. Costa Rica. Mich faszinieren die großen Landschaften. Kamtschatka, der Kaukasus, die Karpaten. Berge sind magisch. Auch wenn es mich nur auf die wenigsten Gipfel wirklich hinauf drängt – es ist ja doch mit allerhand Mühsal verbunden – liebe ich ihren Anblick. Einem Vogel bis dort hinauf zu folgen, würde ich nicht resolut ausschließen, aber auf keinen Fall erzwingen.
Wie sehr es mir um das Ganzheitliche und nicht nur um die Vögel allein geht, merke ich an einigen meiner Wünsche für die Zukunft: eine Rundreise durch die Nationalparks Großbritanniens, einmal dem Karpatenbogen von der Slowakei bis nach Serbien hinunter folgen, Neufundland erkunden, für eine Weile in Neuseeland leben… Ich liebe es, Zeit für Orte zu haben und sie in unterschiedlichem Licht zu betrachten, auch die Menschen dort.

I also have a few wishes for the future with regard to bird watching. North America would be nice. Japan too. Costa Rica. I am fascinated by the big landscapes. Kamchatka, the Caucasus, the Carpathian Mountains. Mountains are magical. Even if I don’t really want to climb every peak – after all, it involves all kinds of hardship – I love the sight of them. I would not resolutely rule out following a bird up to there, but I would definitely not force it.

How much I care about the holistic and not just about the birds alone, I can tell from some of my wishes for the future: a round trip through the national parks of Great Britain, once following the Carpathian arch from Slovakia to Serbia, exploring Newfoundland, living in New Zealand for one while … I love having time for places and looking at them in different light, including the people there.

Wer es bis hierhin geschafft hat – vielen Dank für deine Geduld und dein Interesse!
Abschließend möchte ich noch diese Links empfehlen. Dort findest du Organisationen und Vereine, die sich dem Natur- und Artenschutz verpflichtet haben und mit ihren Projekten und Ideen eine großartige Arbeit leisten und die sich über Unterstützung freuen.

Who made it this far – thank you very much for your patience and interest!
Finally, I would like to recommend these links. There you will find organizations and associations that are committed to nature and species protection. They do a great job with their projects and ideas and look forward to support.